kinder

Auswirkungen auf Mädchen und Jungen

Was erleben Kinder ?

In der Mehrzahl der Fälle (70-90%),in denen die Mutter durch den Lebenspartner misshandelt wird,sind die Kinder anwesend oder im Nebenraum,d.h. sie erleben die Gewalt direkt oder in-direkt mit.Kinder erfahren die Gewalt auf verschiedene Sinnesebenen : Sie sehen,wie die Mutter geschlagen oder vergewaltigt wird , sie hören,wie der Vater schreit,die Mutter wimmert oder verstummt,sie spüren den Zorn des Vaters,die eigene Angst,die der Mutter und der Geschwister,die bedrohliche Atmosphäre vor den Gewalttaten,sie denken,der Vater töte die Mutter,sie müssen die Mutter und Geschwister schützen,sie seien allein und ohnmächtig.

Über das Miterleben hinaus werden sie jedoch auch häufig selbst Opfer direkter körperlicher oder/und seelischer Misshandlungen.Die Misshandlung der Mutter ist der häufigste Kontext von Kindesmisshandlung.

Beeinträchtigung der Entwicklung

Beobachtete Gewalt hat vielfältige und unterschiedliche Auswirkungen auf Mädchen und Jungen..Sie kann zu einer Beeinträchtigung der emotionalen,körperlichen und kognitiven Entwicklung der betroffenen Kinder führen,unter bestimmten Bedingungen ,z.b. bei chronifizierten Gewaltformen oder bei sehr kleinen Kindern auch zu traumatischen Schädigungen.In Untersuchungen wurde festgestellt,dass 50 - 70% der Kinder,die häusliche Gewalt ausgesetzt sind,unter posttraumatischen Stress Störungen leiden.Darunter fallen Reaktionen wie : Schlafstörungen,Konzentrationsschwierigkeiten,depressive Verstimmungen,erhöte Reizbarkeit und Aggressivität.Die Kinder fühlen sich ohnmächtig,schutzlos,schuldig und einsam,denn sie können sich mit ihren Ängsten weder an die Mutter noch an den Vater wenden.Dieses Erleben verstärkt sich,wenn die Mutter selbst Gewalt gegenüber den Kindern anwendet.Häufig müssen sie nach außen hin schweigen,weil sie beiden Eltern gegenüber loyal bleiben wollen oder weil ihnen mit Sanktionen gedroht wurde,falls sie das Familiengeheimnis offenbaren.Sie werden häufig in die Gewaltspirale einbezogen,sei es,dass sie im Auftrag des Vaters die Mutter kontrollieren sollen,sei es,dass sie die Mutter schützen wollen,indem sie sich möglichst still und unauffällig verhalten,um keinen Anlass für neue Gewalttätigkeiten zu geben.Größere Kinder verlieren häufig den Respekt vor beiden Elternteilen vor dem Vater,der gewalttätig wird,sich nicht unter Kontrolle hat und vor der Mutter,die sich demütigen lässt,unfähig zu konsequentem Handeln ist und ihre Kinder nicht schützen kann.

Häusliche Gewalt,auch beobachtete Gewalt gegen die Mutter,hat immer erhebliche Auswirkungen auf die Kinder.

Die Verantwortung für die Kinder und zum Schutz,sowie für die Beendigung häuslicher Gewalt wird in der Regel den Frauen zugeschrieben.Die Schläge gegen die Mutter treffen oftmals auch die Kinder.Größere Kinder werden vielleicht gestoßen oder getreten,wenn sie dazwischen gehen,um ihre Mutter zu schützen.Kleinkinder werden manchmal auf dem Arm ihrer Mutter von Schlägen getroffen.Egal,wie alt die Kinder sind und wie sehr sie sich bemühen,das erlebte zu verdrängen-sie teilen uns ihr Unglück auf ihre Weise mit.Sie wirken traurig,verhalten sich resignativ,manchmal aggressiv oder hyperaktiv.Viele sind für ihr Alter sehr ernst,sie tragen zu viel Verantwortung auf ihren Schultern.Mädchen und Jungen,die sich emotional unsicher fühlen und sich dabei nicht auf die Erwachsenen in ihrer Umgebung verlassen können,sind gezwungen,selbst schnell erwachsen zu werden und sich selbst und sogar um die Erwachsenen zu kümmern.Wenn ihnen niemand ein anderes Bild vermittelt,lernen sie im laufe der Zeit,dass Gewalt ein akzeptiertes Mittel ist,um Konflikte und Auseinandersetzungen zu lösen.Den Kindern muss schnellstmöglich geholfen werden,damit sie ihre traumatischen Erfahrungen verarbeiten können und ihr weiterer Lebensweg nicht dauerhaft gestört wird !

Die unwirkliche Wirklichkeit des Kindes

Damit Mädchen und Jungen ihre Erlebnisse verarbeiten können,müssen sie die Möglichkeit bekommen zu reden-auch wenn sie aktuell keinen Misshandlungen mehr ausgesetzt sind.SozialarbeiterInnen,PolizeibeamtInnen,RechtsanwältInnen und viele andere können Rat und Hilfe geben,wie die Gewalt zu stoppen ist und wie sie verarbeitet werden kann.Setzt ein Mann seine Frau durch Gewaltandrohung unter Druck,kann sie eine Schutzanordnung beantragen,die ihm das betreten der Wohnung untersagt.Wenn ihre Mutter von der Gesellschaft geschützt wird,entlastet dies auch die Kinder.Ihre Angst nimmt ab,und sie werden von der Verantwortung befreit,sich fortgesetzt um die Mutter kümmern zu müssen.In der Erinnerung der Kinder sind die Bilder der Misshandlungen sehr intensiv.Sie sind an starke Ängste gekoppelt,die sie versuchen zu verdrängen.Sie streiten zum Beispiel alles ab,was vorgefallen ist.Gleichzeitig haben sie das dringliche Verlangen über die schrecklichen Geschehnisse zu sprechen,die immer wieder in ihr Bewußtsein treten.

Mit den Kindern darüber sprechen

Die Auflösung Ihrer Patnerschaft ist auch für ihre Kinder ein einschneidenes Erlebnis.Sagen Sie beide ihren Kindern,dass sie sich trennen werden.Versuchen sie,so deutlich wie möglich zu sein,ohne den anderen Elternteil zu beschuldogen.Mit welchen Worten sie das tun,hängt auch vom Alter der Kinder ab.

 

 

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